1967 · Microprogrammed Printing Calculator · Werk 929 von 1.871
A university mathematics institute in Franconia on an autumn morning, on a laboratory table a boxy calculator fifty-five centimetres wide with a light grey-white case, on top a dark green hood with a white paper roll under a clear lid, at the front on a green field a block of cream keys and a block of black keys with one red key, every key plain, smooth and unmarked, a small red lamp glowing in a black strip above them, a hand in a tweed jacket sleeve feeding a thin shiny steel strip with rows of small round holes into a narrow slot at the side, morning mist in tall windows.
Wofür es benutzt wurde
Die Diehl combitron war ein programmierbarer Tischrechner; 2 Exemplare waren am Mathematischen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg in Betrieb; die Informatik-Sammlung Erlangen führt das Gerät unter der Objektnummer I1151 und beide Exemplare als funktionsfähig. Das Deutsche Museum hat einen programmierbaren Tischrechner "DIEHL combitron" von 1966, 26,5 kg, 250 mal 550 mal 430 mm. Wie die Arbeitsumgebung aussah, zeigt der Bestand der Science Museum Group zum Nachfolgemodell: ein combitron S mit Lochstreifenleser dilector, Lochstreifenstanzer, Ersatzstreifen und Druckerpapier. Nach Frank Eggebrechts Darstellung der Diehl-Büromaschinenfertigung wurde die Maschine auf der Messe in Hannover 1966 gezeigt, ab Sommer 1966 geliefert und bis 1968 gebaut; intern war es Modell 301.
Was daran neu war
Der Combitron trug seine Rechenvorschriften nicht festverdrahtet: Beim Einschalten wurde die Befehlsebene von einem Lochband gelesen und in den Laufzeitspeicher geschrieben, nach Rick Bensene als Mikrocode von einem Stahllochband, nach technikum29 mit einer Fotozelle abgetastet. Gespeichert wurde in einer Magnetostriktions-Verzögerungsleitung: 42 m Nickeldraht nach Eggebrecht, in dem die Daten als Schallimpulse im Kreis laufen - schaltet man ab, sind sie weg. Programmspeicher 66 Schritte, 16 Stellen, 20 Tasten, nach Bensene nur 142 Transistoren. Der Vorrang hält nur mit Landesgrenze: technikum29 schreibt auf der englischen Seite vom ersten funktionsfähigen programmierbaren Tischrechner, der in Deutschland gebaut und verkauft wurde; Olivettis Programma 101 war schon im Oktober 1965 vorgestellt worden, mit derselben Speichertechnik und 120 Programmschritten.
Was die Quellen offenlassen: Das Jahr im Werktitel ist 1967, die Quellen nennen 1966: Eggebrecht (Lieferung ab Sommer 1966), Deutsches Museum, Informatik-Sammlung Erlangen, technikum29, Old Calculator Museum. 1967 ist belegt für die Nachrüstung einer Lochstreifenschnittstelle. Preis in DM und Stückzahl sind nicht belegt; den ersten vollständig mikroprogrammierten Rechner nennt ihn Bensene nur mit Vorbehalt ("I believe").
Zusammenhänge
Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.