1972 · Scientific Pocket Calculator · Werk 938 von 1.871
A drawing office in an engineering firm in California, on a tilted drawing board a white sheet with fine pencil lines of a machine part, a pale wooden slide rule with plain smooth scales pushed aside to the edge, in front a flat black hand-held calculator fifteen centimetres long in a thin metal frame, at the top a long narrow dark red window with a soft red glow, below it rows of small black keys, blue keys and tan keys, every key plain smooth and unmarked, a hand in a white shirt sleeve with a pencil between two fingers pressing a blue key, fluorescent light from above.
Wofür es benutzt wurde
Hewlett-Packard führte den wissenschaftlichen Taschenrechner HP-35 im Januar 1972 für 395 Dollar ein. Er rechnete in umgekehrter polnischer Notation mit 14-stelligen Registern von 56 Bit, zeigte 10 Stellen und arbeitete im Bereich von 10 hoch minus 99 bis 10 hoch 99 mit automatischer Dezimalpunktsetzung. Der Takt lag bei 200 kHz, eine transzendente Funktion war in weniger als 1 Sekunde berechnet. Der Akku hielt 3 bis 5 Stunden im Dauerbetrieb. Das Gerät maß 5,8 × 3,2 × 1,3 Zoll und wog 8,7 Unzen; die Anzeige bestand aus LEDs mit gegossenen Linsen.
Was daran neu war
Die IEEE-Milestone-Tafel Nr. 82, eingeweiht am 14. April 2009, nennt den HP-35 den ersten Handrechner, der transzendente Funktionen rechnete, also Winkel-, Logarithmus- und Exponentialfunktionen. Möglich wurde das durch PMOS-Technik, weil bipolare Schaltungen zu viel Strom brauchten und zu groß waren. Der Widerhaken steht in HPs eigener Überlieferung: Die von Bill Hewlett bestellte Marktstudie riet von dem Projekt ab und sagte im besten Fall rund 1.000 Stück im Monat voraus. Hewlett baute das Gerät trotzdem. Verkauft wurden nach der Einführung etwa 10.000 Stück im Monat, bis zur Einstellung 1975 mehr als 300.000.
Was die Quellen offenlassen: Preis und Stückzahlen stehen im HP Memory Project: der Preis in einem Zitat von John Minck (Inside HP Narrative), die Stückzahlen im Text der Seite selbst; Bill Terry (Video ORIGINS) bezeugt dort nur die abratende Marktstudie; die technischen Daten stammen von der IEEE-Milestone-Seite, die keinen Preis nennt. Die bekannte Rückrufaktion wegen eines Rechenfehlers steht in keiner der beiden Quellen und bleibt hier weg.
Zusammenhänge
Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.