1985 · Brazilian Spectrum Clone · Werk 993 von 1.871
A narrow desk by an open window in a high-rise flat in São Paulo at dusk on a hot summer evening, a flat home computer twenty-four centimetres wide in matt black plastic, across its upper third a field of slanted ventilation ribs, four rows of small grey-blue keys, every key plain smooth and unmarked, above the top row a thin strip of small plain colour fields in blue, red, magenta, green, cyan, yellow and white, two hands in yellow short sleeves typing, a small television in a wood-grain cabinet glowing soft even blue, a flat cassette recorder, a glass of orange juice, pink haze over tower blocks beyond.
Wofür es benutzt wurde
Brasilianischer Nachbau des ZX Spectrum 48K, im Juni 1985 auf den Markt gebracht von Microdigital Eletrônica Ltda. in São Paulo, einer 1981 von den Brüdern George und Tomas Roberto Kovari gegründeten Firma, die zuvor schon ZX80 und ZX81 nachgebaut hatte. Z80A mit 3,58 MHz, 16 oder 48 KB RAM, 16 KB ROM, Gummitastatur mit 40 Tasten, Steckplatz, Anschlüsse für Kassettenrekorder, Steuerknüppel und Fernseher; der Ton lief über das Fernsehsignal statt über einen Lautsprecher auf der Platine. Die Einfuhr von Computern war damals nicht erlaubt, und so wurde das Gerät nach Darstellung des Centre for Computing History für Millionen Menschen in Brasilien und Lateinamerika der erste Computer.
Was daran neu war
Neu war nicht die Schaltung, sondern ihre Wiederbeschaffung: Sinclair fertigte den ULA-Chip des Spectrum für sich selbst und verkaufte ihn nicht an andere Firmen, also baute Microdigital ihn nach (Museu Capixaba). Dazu kam eine geänderte ROM mit portugiesischen und spanischen Zeichen, ein zusätzlicher Befehl für selbstdefinierte Grafikzeichen und eine umschaltbare Fernsehnorm: PAL-M mit 60 Hz, PAL-N mit 50 Hz oder NTSC. Der Widerhaken sitzt in derselben ROM. Microdigital versprach volle Verträglichkeit; das Centre for Computing History beziffert sie auf etwa 90 bis 95 Prozent, und Museu Capixaba hält fest, dass ein Teil der britischen Programme nicht lief.
Was die Quellen offenlassen: Verkaufszahlen nennt keine der geprüften Quellen; Museu Capixaba schreibt nur, das Gerät habe sich in Brasilien und Südamerika gut verkauft. Preise sind nicht belegt: Die Seite verweist auf 2 Anzeigen mit unterschiedlichen Einführungs-preisen, ohne Beträge zu nennen. Ob eine Lizenz von Sinclair bestand, sagt keine der Quellen ausdrücklich.