Heidelberg Student Laboratory

1855 · Bunsen Burner · Werk 227 von 1.871

Heidelberg Student Laboratory, 1855, Bunsen Burner

A Bunsen burner clamped at a bench in the Heidelberg student laboratory: a plain upright metal tube no thicker than a finger standing on a flat heavy metal foot, a gas supply pipe entering at the bottom, an air collar with holes open around the base of the tube, and a pale blue flame issuing from the open top of the tube, rows of benches behind, a platinum wire loop held in the flame.

Wofür es benutzt wurde
Robert Bunsen ließ in Heidelberg ein neues chemisches Laboratorium bauen, weil der alte Raum zu klein war; Architekt war Heinrich Lang. Gebaut wurde ab Mai 1854 an der Ecke Akademiestraße/Plöck, im Sommersemester 1855 lief der Betrieb. Nach der Gesellschaft Deutscher Chemiker kostete der Bau mehr als 76.000 Gulden. Es gab 50 Arbeitsplätze für Studenten, einen Hörsaal mit 110 Plätzen, einen Raum für Arbeiten mit Schwefelwasserstoff und eine offene Halle für giftige Gase. Ab Sommer 1856 war es voll belegt, 1859 wurde erstmals erweitert, als schon 60 Personen darin arbeiteten. Das Haus war an die gerade eingeführte städtische Gasversorgung angeschlossen. Bunsen arbeitete dort bis 1889.
Was daran neu war
Die Universität Heidelberg nennt das Haus das damals beste deutsche Hochschullabor. Aus diesem Labor stammt der Bunsenbrenner. Laborgasbrenner gab es schon vorher, Michael Faraday beschrieb 1827 einen. Nach William B. Jensen war Bunsens Brenner ab 1855 im Labor in Gebrauch, ausführlich beschrieben wurde er erst 1857 zusammen mit Henry Roscoe. Gebaut hat ihn der Universitätsmechaniker Peter Desaga in vereinfachter Form. Um die Priorität gab es Streit: Die Berliner Firma Julius Pintsch (1855) und der Beleuchtungstechniker R. W. Elsner (1856) erhoben Ansprüche, die Desaga laut Jensen erfolgreich abwehrte, und Roscoe führte den Brenner später auf einen Drahtnetzbrenner zurück, den er aus England mitgebracht hatte. Nach Joe Schwarcz (McGill University) hat Bunsen den Brenner nie patentiert.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Wirkt zusammen mitKirchhoff Bunsen Spectroscope1860Der Brenner ist Bauteil des Spektralapparats. Nach der Abhandlung von 1860 steht die Lampe so vor dem Spalt, dass der Flammenrand auf der Achse des Spaltrohres liegt; eine Öse aus Platindraht hält die Probe in die Flamme. Kirchhoff und Bunsen begründen die Wahl mit der hohen Temperatur und dem geringen Eigenleuchten dieser Flamme.Beleg: Kirchhoff & Bunsen, Chemical Analysis by Observation of Spectra, Annalen der Physik und der Chemie 110 (1860), S. 161-189, englische Übersetzung (ChemTeam) · Linda Hall Library, Scientist of the Day: Gustav Kirchhoff

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