Kirchhoff Bunsen Spectroscope

1860 · Spectroscope · Werk 228 von 1.871

Kirchhoff Bunsen Spectroscope, 1860, Spectroscope

The Kirchhoff and Bunsen spectroscope on a Heidelberg bench, a prism under a cover between two brass telescope tubes, a burner with a salt loop set at the slit.

Wofür es benutzt wurde
Der Chemiker Robert Bunsen und der Physiker Gustav Kirchhoff benutzten das Spektroskop ab 1859 an der Universität Heidelberg. Sie brachten Proben in eine Flamme und erkannten die Elemente an den farbigen Linien ihres Spektrums. Die Methode veröffentlichten sie 1860 und 1861 unter dem Titel „Chemische Analyse durch Spectralbeobachtungen“ in Poggendorffs Annalen. So fanden sie 1860 im Dürkheimer Mineralwasser das Cäsium und 1861 das Rubidium. Nach einer Notiz des American Journal of Science von 1861 über Bunsens vorläufige Mitteilung enthielten 10 kg Dürkheimer Wasser nicht ganz 2 mg Cäsiumchlorid. Um wägbare Mengen zu gewinnen, dampfte Bunsen Wasser in großen Mengen ein; die Universität Heidelberg nennt 30 Tonnen, andere Quellen 40.
Was daran neu war
Das Gerät selbst war nicht grundsätzlich neu; Bunsen und Kirchhoff setzten bekannte Techniken zusammen, und Fraunhofer hatte die dunklen Linien im Sonnenspektrum schon 1814 beschrieben. Neu war der Befund, dass jedes Element ein eigenes Linienmuster zeigt und sich schon in Spuren nachweisen lässt, die keine chemische Reaktion sichtbar macht. Kirchhoff erzeugte Fraunhoferlinien künstlich an genau derselben Stelle im Spektrum; damit wurden Aussagen über die chemische Zusammensetzung der Sonne möglich. Auguste Comte hatte 1835 im „Cours de philosophie positive“ geschrieben, die chemische Zusammensetzung der Gestirne werde man mit keinem Mittel je untersuchen können. Etwa 25 Jahre später war genau das der Fall.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausBenediktbeuern Spectrometer1814Auf ihrer Tafel von 1860 verbanden Kirchhoff und Bunsen die gelbe Doppellinie des Natriums durch einen Strich mit der dunklen D-Linie des Sonnenspektrums und deuteten damit auf Natrium in der Sonnenatmosphäre. Die dunklen Linien hatte Fraunhofer 1814 entdeckt und gezeichnet; in der Abhandlung dienen sie als Bezugsmarken, etwa die Linie A für das Kalium.Beleg: Linda Hall Library, Scientist of the Day: Gustav Kirchhoff · Deutsches Museum Blog, Brechung und Berechnung. Joseph Fraunhofer und das Spektrum der Sonne · Kirchhoff & Bunsen, Chemical Analysis by Observation of Spectra, Annalen der Physik und der Chemie 110 (1860), S. 161-189, englische Übersetzung (ChemTeam)

Zum Weiterlesen