Giessen Teaching Laboratory

1842 · Analytical Laboratory · Werk 229 von 1.871

Giessen Teaching Laboratory, 1842, Analytical Laboratory

Justus von Liebig's teaching laboratory at Giessen, students standing at a ring of work tables with retort stands and flues, a furnace bench along the far wall.

Wofür es benutzt wurde
Justus Liebig war von 1824 bis 1852 Professor in Gießen und bildete im Labor Chemiker und Pharmazeuten aus. Die Studenten übten zuerst qualitative Analyse und forschten später mit dem Professor. Das Labor lag in der ehemaligen Wachstube einer Kaserne. Am 7. November 1824 begann Liebig dort mit 12 Schülern; bald wurden die Räume zu eng, und 1839/40 kam ein Querbau mit Laboren, Bibliothek und Hörsaal hinzu. Die Jahreszahl 1842 gehört zu einer Lithographie: der Innenansicht des analytischen Labors nach Zeichnungen von Wilhelm Trautschold und Hugo von Ritgen, erschienen in J. P. Hofmanns Buch über das Gießener Laboratorium. Die Wellcome Collection datiert das Blatt mit Fragezeichen auf etwa 1840.
Was daran neu war
Neu war, dass Unterricht und Forschung im selben Raum stattfanden. Laut dem Wissenschaftshistoriker Henning Schmidgen standen die Arbeitstische frei im Raum statt an den Wänden, sodass mehr Studenten gleichzeitig arbeiten konnten. Auf dem Bild von 1842 arbeiten Männer aus mehreren Ländern zusammen. Das erste Lehrlabor war es nicht: Thomas Thomson unterrichtete in Glasgow spätestens ab 1818 praktische Chemie, und manche seiner Schüler gingen später zur weiteren Ausbildung zu Liebig. Der Historiker Alan Rocke erklärt den Erfolg Gießens weniger mit Liebigs Person als mit drei Dingen aus der organischen Chemie: der Entdeckung der Isomere, Formeln als „Papierwerkzeugen“ und dem Kaliapparat.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Wirkt zusammen mitLiebig Kaliapparat1831Nach der Historikerin Catherine Jackson nutzte Liebig den Kaliapparat, um in Gießen eine praktische Ausbildung im großen Maßstab aufzubauen; mit großen Studentengruppen konnte er laut C&EN die Konkurrenz in Frankreich und England überholen. Der Überlieferung nach war das Gerät so einfach, dass schon Anfänger es beherrschten, und vervielfachte die Zahl der Analysen je Woche oder Monat.Beleg: C&EN / American Chemical Society, A Most Important Artifact (über den Kaliapparat), 7. September 2015 · ACS Division of the History of Chemistry, Faksimile desselben Beitrags (PDF)

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