The Works Village

1880 · Company Housing Estate · Werk 382 von 1.871

The Works Village, 1880, Company Housing Estate

A family tending a vegetable plot behind a row of plain brick company-built cottages of two storeys with small windows and plain pitched roofs, tall brick works chimneys and mill roofs rising past the gable ends and smoking, a rabbit hutch and a heavy wooden barrow with one iron-shod wooden wheel standing by the fence, the man in waistcoat and cloth cap, the woman in a long skirt and apron.

Wofür es benutzt wurde
Vom Arbeitgeber gebaute Arbeiterwohnsiedlung neben dem Werk. Titus Salt stellte bei Shipley seine Kammgarnspinnerei hin und ein ganzes Dorf dazu: Baubeginn der Mühle 1851, Eröffnung 1853. Nach dem UNESCO-Nominierungsdossier wohnten 1871 in Saltaire 4.300 Menschen auf 25 Acres; die Saltaire Collection nennt rund 3000 Beschäftigte in der Mühle, Bradford Council über 800 Häuser, 1868 kamen 45 Armenhäuser hinzu. In Essen hatte Krupp bis 1874 bereits 2.358 Werkswohnungen fertig. Die Siedlung lieferte Wohnung und Aufsicht in einem Stück: Für Port Sunlight schreibt die Royal Geographical Society, wer die Arbeit in der Fabrik verlor, verlor auch das Haus der Familie; dieselbe Darstellung nennt als Beanstandungsgründe William Levers auch Trägheit, Trinken, Spiel und schlicht mangelnde Teilnahme am Vereinsleben des Dorfes. Die Bindung der Miete an die Anstellung endete dort nach Angabe des Port Sunlight Village Trust erst 1999.
Was daran neu war
Neu war nicht die Form. Die Siedlung der Gregs in Styal war nach Angabe des National Trust schon 1840 ein Dorf mit 300 Pächtern, Schule und Laden — und mit zwei Familien je Cottage, die zweite im Keller. Neu war der Maßstab in einem Zug: Wohnungen, Kirche, Schule, Armenhäuser, Institut, Park und Badehaus als ein Planungsakt neben einer integrierten Fabrik. Wer zuerst war, ist nicht entscheidbar, und die Reihenfolge trägt auch nichts: Saltaire ab 1851, Akroydon ab 1859, Bournville ab 1887, Port Sunlight ab 1888 — und Krupp in Essen mit 2.358 Wohnungen bis 1874, also vor den beiden jüngeren englischen Mustersiedlungen und in der Stückzahl über Saltaire. Steffen Krämers Überblick über die deutschen Arbeiterkolonien nennt die englischen Arbeitersiedlungen ausdrücklich als Vorbilder der Krupp-Kolonien und vergleicht Saltaire mit der Essener Kolonie Cronenberg (1872–1874); Bournville zieht er für Gmindersdorf in Reutlingen heran.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Parallel zuChocolaterie Menier Noisiel1872Auch die Schokoladenfabrik in Noisiel bekam ihr Werksdorf: Die cité ouvrière Menier wurde 1874 gegründet, über dreihundert Häuser an drei parallelen Straßen, fertig erst in den 1910er Jahren. Als Erstes entstanden die Schulen; 1884 kamen Refektorien hinzu, in denen die nicht in Noisiel wohnenden Arbeiter geschützt zu Mittag aßen. Mühle und Siedlung bilden ein Ensemble.Beleg: Ville de Noisiel, Parcours du patrimoine 2023 (PDF), Nr. 8 La cité Menier, Nr. 11 Les anciennes écoles, Nr. 14 Les anciens réfectoires · Cité de l'architecture et du patrimoine, Itinérances: La chocolaterie Menier (PDF)

Zum Weiterlesen