Selling's Calculating Machine

1886 · Lazy-Tongs Linkage · Werk 428 von 1.871

Selling's Calculating Machine, 1886, Lazy-Tongs Linkage

A calculating machine driven by a lazy-tongs linkage, a long diamond lattice of hinged steel bars extending and contracting along the top of the case, the lattice the dominant form across the full width, setting keys arranged in a row beneath the lattice, each key cap bearing exactly one digit from 0 to 9, a row of numeral windows at the front, each window showing the single digit 0, every other surface plain steel and dark wood, standing on a dark baize-covered table before a deep neutral background, a single raking light from the left throwing the lattice's diamond shadows across the case.

Wofür es benutzt wurde
Eduard Selling war außerordentlicher Professor für Mathematik in Würzburg und rechnete Rententafeln; die Maschine kam aus der Versicherungsmathematik. In seiner Schrift von 1887 nannte er als Kundschaft Geldinstitute, Staatsverwaltungen, wissenschaftliche Anstalten, Kaufleute und Verwaltungsämter — das ist die Absicht, nicht der Nachweis; namentliche Käufer sind nicht belegt. Gefertigt und vertrieben wurde sie im mathematisch-mechanischen Institut von Max Ott in München und Würzburg. Nach Stephan Weiss entstanden etwa dreißig Stück zum Preis von 400 Mark, und erhalten sind zwei: im Deutschen Museum und im Braunschweigischen Landesmuseum.
Was daran neu war
Das Multiplizierwerk ist eine Nürnberger Schere: jedes Teilprodukt entsteht als Weglänge in einer Bewegung, statt durch wiederholtes Kurbeln wie bei Thomas. Dazu kamen Tasteneingabe statt Einstellschieber und ein schleichender Zehnerübertrag über Planetenräder anstelle des stoßweisen. Den Preis dafür nannte der Hersteller Max Ott selbst im Ausstellungskatalog von 1892: weil der Übertrag ständig mitläuft, stehen die Ergebnisziffern nicht am Indexstrich, sondern sind um Zehntel vorgerückt. Im Zusatzpatent von 1888 hielt Selling daran fest; die nachgerüstete Ablesehilfe begründete er nach Weiss damit, dass Besteller Rücksicht auf weniger intelligente Hilfsarbeiter nehmen wollten. Die wahlweise Druckeinrichtung wurde wegen technischer Schwierigkeiten später weggelassen. Über die Ursache des Misserfolgs widersprechen sich die Quellen: das Deutsche Museum nennt Herstellung und Handhabung, Weiss hält die Fertigung bei Ott ausdrücklich für unproblematisch.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Begegnung mitFerris Wheel Chicago1893Weltausstellung Chicago 1893: Sellings Rechenmaschine, die Teilprodukte mit Nürnberger Scheren darstellt und überträgt, wurde dort ausgezeichnet. Das große Rad von George W. Ferris war nach drei abgelehnten Entwürfen für diese Ausstellung angenommen worden; mit seiner Eröffnung begann sie zu florieren.Beleg: Universität Würzburg, Didaktik der Mathematik: Selling Rechenmaschinen · National Park Service, Inventions from the World's Columbian Exposition · Arithmeum Bonn, Selling 2 (Nürnberger Schere als Schaltprinzip)

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