Zygalski Sheets

1938 · Perforated Sheets · Werk 443 von 1.871

Zygalski Sheets, 1938, Perforated Sheets

A stack of large stiff paper sheets each ruled into a fine grid of squares, twenty-six squares along each side, a repeated alphabet grid, hundreds of small square holes punched through the sheets in a scattered pattern, several sheets laid one over another on a glass topped light table so that only a few holes line up and let the light through as bright pinpoints, the edges of the sheets slightly offset, a wooden ruler and a pair of scissors at the corner, a lamp beneath the glass glowing up through the paper as the main light, the rest of the workroom dark around the table, a plain wooden chair pushed back.

Wofür es benutzt wurde
Sätze gelochter Bögen, mit denen das Biuro Szyfrów Walzenlage und Grundstellung bestimmte, nachdem der Zettelkatalog wertlos geworden war. Je Walzenlage gehörten 26 Bögen zu einem Satz; auf jedem Bogen war ein Raster von 51 mal 51 Feldern aufgetragen, aus dem nach einem Beitrag im Journal des Science Museum zwischen 900 und 1.000 quadratische Löcher ausgeschnitten werden mussten. Der Bearbeiter legte die zu den beobachteten "Weibchen" gehörenden Bögen versetzt übereinander auf einen Leuchtkasten; blieb am Ende eine einzige durchscheinende Stelle, war die Stellung gefunden.
Was daran neu war
Das Verfahren verlegte die Rechenarbeit ins Material: Die Information steckte in Löchern, die logische Verknüpfung über viele Bedingungen besorgte das Licht. Neu war nicht das Lochen an sich, sondern dass damit eine Schlüsselsuche ohne Mechanik lief - und dass sie das Steckerbrett unberührt ließ. Der Widerhaken ist die Schere. Für die ab Dezember 1938 möglichen 60 Walzenlagen waren nach einem Beitrag im Journal des Science Museum 1.560 Bögen nötig, jeder mit bis zu 1.000 Löchern; vor Kriegsbeginn schafften die Polen das nicht. Und als die Bögen fertig waren, gaben die Deutschen nach Darstellung des Enigma-Chiffrenzentrums Poznań im Mai 1940 die doppelte Verschlüsselung des Spruchschlüssels auf, auf der das ganze Verfahren beruhte.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausEnigma I with Plugboard1932Zygalski legte die Lochblätter 1938 unmittelbar auf den Walzenaufbau der Enigma an: Jedes Blatt steht für eine Stellung der linken Walze, die beiden Achsen des Rasters von 51 × 51 Feldern für die mittlere und die rechte. Über dem Leuchtkasten gestapelt, weist ein durchgehendes Loch auf eine mögliche Walzenstellung.Beleg: Elizabeth Bruton u. a.: Zygalski sheets - Polish codebreaking and the role of reconstruction in the Top Secret exhibition at the Science Museum. Science Museum Group Journal

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