The Tunny Machine

1942 · British Lorenz Emulator · Werk 465 von 1.871

The Tunny Machine, 1942, British Lorenz Emulator

A home built rack of electromechanical relays and uniselector switches assembled to imitate an enemy cipher machine, rows of relays with brass contacts, twelve uniselector switches with sweeping wiper arms, a jury of toggle switches on a plywood front panel, small plain labels of card tied to each unit, cloth covered wiring bundled along the frame, a teleprinter at the side, the rack standing in a hut workroom, a single work lamp from above at an angle, brass contacts and bakelite catching the light, the hut behind in darkness.

Wofür es benutzt wurde
Die britische Maschine am Ende der Kette. Hatten Colossus oder Handverfahren die Radstellungen gefunden, lief der Geheimtext durch die Tunny: Sie bildete die Lorenz nach und schrieb den deutschen Klartext aus. Das National Museum of Computing nennt sie eine Nachkonstruktion der damals ungesehenen Lorenz SZ42, entworfen 1942 in der Forschungsstelle der britischen Post, und schätzt, dass es bis Kriegsende zwischen zwölf und fünfzehn Stück waren, wahrscheinlich in Block F in Bletchley Park. Das Museum nennt Bill Tutte aus der Research Section als Leiter des Teams, das die Maschine aus ihrer Wirkung erschloss.
Was daran neu war
Gebaut wurde sie, ohne dass jemand in Bletchley das Vorbild je gesehen hatte — so wie in den USA 1940 das Purple-Analog der japanischen Diplomatenmaschine. Es gab kein Beutestück, keine Zeichnung, kein Handbuch — nur Geheimtext und den von Tiltman durchgezogenen Schlüssel. Das National Museum of Computing hält fest, dass niemand in Bletchley eine echte Lorenz vor Kriegsende zu Gesicht bekam. Dass von diesen Nachbauten wohl zwölf bis fünfzehn Stück entstanden und laufend Klartext lieferten, ist zugleich die Probe auf die Herleitung.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausLorenz SZ401940Bill Tutte erschloss im Januar 1942 aus 4.000 Zeichen Schlüsseltext, die Tiltman aus abgefangenem Verkehr gewonnen hatte, den Aufbau der Lorenz-Maschine, deren erstes Modell SZ40 hieß; die SZ42A kam erst im Februar 1943. Gesehen hatte sie in Bletchley Park niemand. Anfang 1942 sollte das Post Office in Dollis Hill diese Logik nachbauen; Frank Morrell baute daraus die Tunny-Maschine.Beleg: B. Jack Copeland, Colossus: Breaking the German 'Tunny' Code at Bletchley Park. An Illustrated History, The Rutherford Journal 3 (2010) · Tony Sale (Codes and Ciphers Heritage Trust): Lorenz ciphers and the Colossus · The National Museum of Computing: Tunny and Heath Robinson
  2. Wirkt zusammen mitColossus Mark 11943Colossus und die britischen Tunny-Nachbauten arbeiteten in Bletchley Park in einer Kette: Colossus las den Geheimtext vom Lochstreifen und ermittelte durch Zählen die Stellungen der Chi-Räder. Waren alle Radstellungen gefunden, gab man den Geheimtext in einen Tunny-Nachbau ein, und der deutsche Klartext kam heraus. Ohne die richtigen Anfangsstellungen konnte Tunny nichts entschlüsseln.Beleg: Frank Carter, Colossus and the Breaking of the Lorenz Cipher · B. Jack Copeland, Colossus: Breaking the German 'Tunny' Code at Bletchley Park, The Rutherford Journal

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