Selectron Tube

1948 · Selectron Storage · Werk 610 von 1.871

Selectron Tube, 1948, Selectron Storage

A tall glass vacuum tube standing upright, inside it a precise rectangular array of small metal eyelets held in a grid of fine bars, the eyelets catching light in even rows, wire leads fanning out from the base in a wide skirt into a plain circular base, the glass envelope clear and slightly reflective, the internal grid filling the frame, a single soft light from behind the tube passing through the glass and glinting off each row of eyelets, warm metal against grey glass, the tube alone against pure black.

Wofür es benutzt wurde
Der Selectron war RCAs Entwurf für einen elektrostatischen Speicher, gedacht als Hauptspeicher des IAS-Rechners in Princeton. Jan Rajchman stellte ihn am 23. August 1946 in einer Vorlesung an der Moore School vor: ein zylindrisches Vakuumrohr, nach einem späteren Nachdruck 5 Zoll hoch und 3 Zoll im Durchmesser, mit Kathode in der Achse. 64 gerade und 65 kreisförmige Drähte wählten 4096 Bitplätze aus; ein einzelnes Bit sollte in wenigen Mikrosekunden zu lesen und zu schreiben sein. Rajchmans US-Patent 2.494.670 wurde am 26. April 1946 angemeldet und am 17. Januar 1950 erteilt. Gebaut und eingesetzt wurde am Ende eine kleinere Fassung mit 256 Bit, im JOHNNIAC der RAND Corporation.
Was daran neu war
Rajchman wollte die Auswahl eines Bits nicht dem Ladungsbild auf einem Schirm überlassen, sondern über Drähte erzwingen: Jeder Bitplatz lag in einem Fenster des Drahtgitters und war damit baulich festgelegt, nicht nur durch eine Ablenkspannung getroffen. Das versprach berechenbares Verhalten statt der Launen der Williams-Röhre - und machte das Rohr zugleich schwer zu bauen. Der Fortschrittsbericht von 1946 nannte Auswahl und Aufbau gelöst, die Haltbarkeit der Ladung aber noch nicht, besonders das ungewollte Übersprechen zwischen den Plätzen. Geplant waren 200 Rohre bis Ende 1946. Im Frühjahr 1948 gab es immer noch keine, und die IAS-Maschine, für die der Selectron entworfen war, wich auf 40 parallel geschaltete Williams-Röhren aus. Der Selectron kam erst 1953 zum Einsatz, mit 256 statt 4096 Bit, in einem anderen Rechner.

Was die Quellen offenlassen: Die Manchester-Seite gibt den Vortrag von 1946 nur als Zusammenfassung wieder; die Maßangaben stammen aus den im Nachdruck von 1985 festgehaltenen Antworten auf Fragen, nicht aus dem Vortragstext. Rajchmans eigene Aufsätze von 1947, 1949 und 1951 liegen auf rcaselectron.com als Scans vor. Stückzahlen gebauter Selectron-Rohre nennt keine der eingesehenen Quellen.

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