1951 · Coincident Current Memory · Werk 619 von 1.871
A small square frame strung with a regular grid of fine copper wires, tiny ferrite rings threaded where the wires cross, the weave slightly uneven, some rings tilted and some rows a little out of line as made by hand for the first time, the frame of plain bakelite with brass terminals along its edges, the grid filling the frame edge to edge, soft backlight coming through the matrix so each wire glows as a fine bright line and each ring stands as a dark bead, the plane alone against pure black.
Wofür es benutzt wurde
Eine Kernebene war ein Drahtgitter mit je einem Ferritring an jedem Kreuzungspunkt. Die am Smithsonian verwahrte Whirlwind-Ebene aus dem MIT Lincoln Laboratory trägt 1024 Kerne, durchzogen von 32 senkrechten und 32 waagerechten Adressdrähten und einem diagonalen Lesedraht; der Rahmen misst rund 23,5 mal 26 Zentimeter. Angesprochen wurde über zusammentreffende Ströme: Senkrechter und waagerechter Draht führen je die Hälfte des Stroms, der nötig ist, um einen Ring umzuklappen. Nur der Kern am Kreuzungspunkt bekommt beide Hälften und schaltet. Gebraucht wurde das für den Whirlwind, einen Rechner der Luftverteidigung, dessen Röhrenspeicher sich als zu langsam und zu anfällig erwiesen hatte.
Was daran neu war
Neu war die Rechnung: Für n mal n Bits genügen n plus n Drähte, weil die Adresse nicht geschaltet, sondern addiert wird. Wer den Kernspeicher erfunden hat, ist umstritten und war teuer zu klären: Frederick Viehe meldete 1947 an, An Wang 1949, Jan Rajchman 1950, Jay Forrester 1951; sein Notizbucheintrag zum Verfahren der zusammentreffenden Ströme ist auf den 13. Juni 1949 datiert. IBM kaufte 1955 Wangs Rechte für 500.000 Dollar und zahlte 1964 dem MIT 13 Millionen Dollar für Forresters Patent - nach Darstellung des Computer History Museum der bis dahin größte Patentvergleich.
Was die Quellen offenlassen: Zum Jahr 1951 fand sich keine Quelle, die eine fertige Kernebene datiert. Belegt sind für 1951 Forresters Patentanmeldung vom Mai und sein Aufsatz über dreidimensionale Kernspeicher im Journal of Applied Physics. Die erste in einem Rechner arbeitende Ebene wurde am 8. August 1953 in den Whirlwind eingebaut. Das Smithsonian-Objekt ist undatiert; die Seite ordnet die Entwicklung den späten vierziger und frühen fünfziger Jahren zu.