A small home-built magnetic drum on a post-war laboratory bench in 1948, a horizontal metal cylinder about seventeen centimetres long and nine centimetres across, its surface covered with strips of matt brown recording tape glued edge to edge around it, the cylinder held between two plain bearing blocks on a wooden base board, a small electric motor driving it by a short shaft, a row of tiny read and write heads on a brass bar set close along its length, thin enamelled wires leading from the heads to an open chassis of glass valves, hand tools and salvaged military radio parts on the scarred bench, grey daylight from a window with plain wooden frames.
Wofür es benutzt wurde
Heinz Billing (1914-2017) war Physiker in Göttingen und baute dort am Institut für Instrumentenkunde den ersten deutschen Magnettrommelspeicher. Nach dem Heinz Nixdorf MuseumsForum fertigte er im Januar 1948 einen drehenden Zylinder, der mit Magnetband beklebt war; im Sommer 1948 lief in Göttingen sein erster Magnettrommelspeicher und hielt 192 Binärzahlen zu zwanzig Stellen. Die Arbeit weckte das Interesse des Astrophysikers Ludwig Biermann, der einen Elektronenrechner brauchte. Die Trommel wurde der Arbeitsspeicher der Rechenmaschine G1, die am 7. Juni 1952 in Betrieb ging und 26 Festkommazahlen zu 32 Bit auf einer mit 3.000 Umdrehungen je Minute laufenden Trommel hielt. Die G2 von 1954 speicherte 2.048 Zahlen und rechnete 1956 die Wiederkehr des Asteroiden Amor.
Was daran neu war
Neu war an der Trommel, dass ein Speicher seinen Inhalt ohne Strom behielt. Wer so etwas zuerst hatte, ist nicht eindeutig: Andrew Booth in London und Howard Aiken in Harvard begannen 1947 ebenfalls mit ähnlichen Entwicklungen, Joachim Lehmann in Dresden hatte dieselbe Idee wenige Monate nach Billing. Der Widerhaken steckt in der Vorgeschichte. Nach dem Heinz Nixdorf MuseumsForum hatte John Womersley vom National Physical Laboratory in Teddington ein Verfahren zur Speicherung von Binärzahlen beschrieben, dessen technische Grundlage - eine Quecksilber-Verzögerungsleitung - er geheim hielt. Gerade diese Andeutungen brachten Billing auf seinen eigenen Entwurf. Die Geheimhaltung erzeugte ein zweites, anderes Verfahren - und der Speicher lief vier Jahre vor der G1, der ersten Maschine, die ihn nutzte.
Was die Quellen offenlassen: Die Daten zum Beginn gehen auseinander: Das Heinz Nixdorf MuseumsForum nennt Januar 1948 für den gebauten Zylinder, die IEEE Computer Society den Arbeitsbeginn Ende 1947 und den Vortrag auf der GAMM-Tagung im Juli 1948. Das sind verschiedene Sorten von Daten, kein Widerspruch. Die IEEE Computer Society nennt Billings Trommel "the very first magnetic storage system for computers", nennt aber auch Booth und Aiken; das HNF sagt nur, er erfand einen Trommelspeicher.