The high hall of a municipal population registry in Amsterdam on a March morning in 1943 after a fire, rows of overturned wooden and steel card index troughs about one metre long with charred black edges lying across the floor, between them a knee-high heap of soaked, caked-together record cards seen only as a grey and blackened mass from the edges, hose water standing on the stone floor and mirroring three tall round-arched windows with cracked panes, a sunken section of plaster ceiling with bare laths hanging at the back, walls of bare soot-darkened plaster from floor to ceiling, a canvas fire hose lying across the floor, cold morning light slanting through thin remaining smoke from the left, the hall deserted and still, only rubble, water and light.
Wofür es benutzt wurde
Am Abend des 27. März 1943 überfiel eine Widerstandsgruppe das Amsterdamer Bevolkingsregister am Plantage Kerklaan. Ziel war die Kartei, mit der die Besatzer Juden, Arbeitskräfte und Widerstandsleute aufspürten. Nach der Darstellung von TracesOfWar drangen neun Männer ein, sechs in niederländischer Polizeiuniform und drei in Zivil. Der Künstler Willem Arondéus trat als Polizeihauptmann auf. Die Wächter wurden entwaffnet, betäubt und im Zoo Artis abgelegt. Dann öffnete die Gruppe die Archivschränke, übergoss die Papiere mit Benzol und brachte Sprengladungen an. Gegen 23 Uhr explodierten sie, und das Gebäude brannte. Die Feuerwehr rückte bewusst spät aus, und das Löschwasser richtete weiteren Schaden an. Geleitet wurde die Aktion von Gerrit van der Veen und Arondéus.
Was daran neu war
Das Besondere war nicht die Technik, sondern das Ziel. Angegriffen wurde keine Kaserne und keine Fabrik, sondern ein Aktenschrank. Widerstand hieß hier, das Gedächtnis der Verwaltung zu treffen. Die Aktion zeigte auch, warum das selten gelingt. Dicht gepackt in Archivschränken brennt Papier schlecht. TracesOfWar schreibt, nur 15 Prozent der Unterlagen seien durch den Brand vernichtet worden, mehrere tausend weitere seien durch Wasser unbrauchbar geworden. Dazu kam der Zeitpunkt: Das Verzetsmuseum hält fest, dass die meisten Juden bereits verhaftet waren und die Vernichtung der Daten deshalb kaum noch Wirkung hatte. Der Preis wurde dennoch voll bezahlt. Ein unvorsichtiges Gespräch brachte den Sicherheitsdienst auf die Spur, 21 Menschen wurden verhaftet, und am 1. Juli 1943 wurden zwölf Beteiligte in den Dünen bei Overveen erschossen, Arondéus unter ihnen. Der Hinweisgeber erhielt 6.500 Gulden.
Was die Quellen offenlassen: Der Anteil der vernichteten Unterlagen ist nur einfach belegt: TracesOfWar nennt 15 Prozent, das Verzetsmuseum nennt keine Zahl und schreibt nur, nicht alle Papiere seien vollständig verbrannt. Die Zahl der Eindringlinge wird mit neun (TracesOfWar) und etwa zehn (Polizeibericht nach Verzetsmuseum) angegeben.