1957 · Electronic Random Number Generator · Werk 741 von 1.871
An electronic random number machine of 1957 in a bright hall of a savings office on the coast of Lancashire in England, five open steel equipment racks side by side, together three metres wide and two metres thirty high, painted pale grey, the middle rack filled with dense vertical bundles of orange-brown wiring, the next holding a grid of narrow upright grey metal cans, the outer racks carrying grey boxes each with a round dark window, two small glass tubes glowing orange, in front a teleprinter feeding a narrow paper strip into a wire basket, an engineer seen from behind in a tweed jacket, parquet floor, daylight from tall windows on the left.
Wofür es benutzt wurde
ERNIE, Electronic Random Number Indicating Equipment, zog die Gewinnnummern der britischen Premium Bonds. Gebaut wurde das Gerät in der Post Office Research Station in Dollis Hill, nach Angaben des Science Museum 1957; die Leitung hatte Sidney Broadhurst, konstruiert haben es Tommy Flowers und Harry Fensom - dieselben Leute, die im Krieg Colossus gebaut hatten. Die Zufallszahlen entstanden aus dem elektronischen Rauschen von Neonröhren. Das Science Museum nennt gedruckte Schaltungen, 1.600 Transistoren und über 1.000 Ferritkerne, in denen die Zahlen gezählt und gespeichert wurden. Die erste Gewinnnummer fiel am 1. Juni 1957.
Was daran neu war
Das Besondere war die Quelle des Ergebnisses: nicht eine Trommel mit Losen, sondern ein physikalischer Vorgang im Gerät selbst, Rauschen, in Ziffern gezählt. Das kostete Zeit. Das Science Museum gibt an, ERNIE habe 16 Minuten für die erste neunstellige Gewinnnummer gebraucht und insgesamt über 55 Stunden, um die erste Ziehung abzuschließen; NS&I nennt 2.000 Zahlen pro Stunde und für die erste Ziehung drei Tage. Der Widerhaken: Eine Maschine, die unvorhersehbar sein sollte, musste ihre Unvorhersehbarkeit beweisen - das Science Museum nennt die Mathematikerin Stephanie Brook, später Dame Stephanie Shirley, die an der Statistik dazu arbeitete; NS&I nennt als erstes Prüfsystem für die Zufälligkeit "Pegasus", entworfen von Shirley. ERNIE 1 war nach Angaben von NS&I von Juni 1957 bis Januar 1973 im Einsatz und zahlte Preise über 303.779.900 Pfund aus.
Was die Quellen offenlassen: Die Quellen verteilen die Rollen verschieden: Der Vortragsbericht nennt ein „team led by Sidney Broadhurst“ mit Tommy Flowers und Harry Fensom als Konstrukteuren; nach NS&I sollte Flowers die Auslieferung überwachen („was given the project to oversee the delivery“), und Fensom „was its chief engineer“. Für ERNIE 2 nennt der Bericht 1972, NS&I Februar 1973.