The Calma Station

1978 · Computer-Aided Chip Layout · Werk 905 von 1.871

A darkened chip design room in California, a large display housing of cream-white with a projecting hood and a recessed black front, in it a small screen with faint green lines and a large screen showing overlapping rectangles and stripes in red, green, blue and yellow, in front a flat pale grey metal digitizing table forty centimetres square, a designer in a brown corduroy jacket seen from directly behind, face turned fully away, moving a stylus on a cable across it, beside it a black keyboard of plain cream keys with two rows of small glowing red and amber lamps, behind in the dark a tall cabinet with tape reels behind glass.

Wofür es benutzt wurde
Calmas GDS II war nach dem Katalog des Computer History Museum "a turn-key interactive production graphics system for the design of integrated circuits" - ein kompletter Arbeitsplatz, an dem die Maskenebenen eines Schaltkreises am Bildschirm entstanden. Steven Leibson beschreibt die Vorgeschichte: Calmas erstes Produkt war ein großer Flachbett-Digitizer, dessen Ausgabe auf Lochkarten oder Magnetband ging; ab Mitte 1969 schrieb Joe Sukonick Software für den 16-Bit-Minirechner Data General Nova 1200, woraus 1971 das interaktive System Graphic Data Station mit Tektronix-Speicherröhre wurde. GDS II kam nach Leibson 1978.
Was daran neu war
Überdauert hat nicht das Zeichnen am Bildschirm, sondern was dabei entstand: eine Datei. Nach Leibson ist das Datenformat von GDS und GDS II bis heute der Standard der Chipindustrie für die Definition von Maskenlagen; er nennt diese Dateien "one of the bedrock interchange standards". Der Widerhaken ist die Firmengeschichte: Im selben Jahr 1978 übernahm United Telecommunications Calma, etwa 30 Monate später General Electric, 1988 ging das Elektronikgeschäft an Valid Logic. Die Firma wurde verkauft, ihre Produkte verschwanden vom Markt, ihr Dateiformat blieb.

Was die Quellen offenlassen: Das CHM datiert die eingesehene technische Beschreibung auf "ca. 1980", nicht auf 1978; das Einführungsjahr 1978 trägt Leibsons Aufsatz (EE Journal, 3.4.2024). Preise, Stückzahlen und Kundenlisten nennt keine der beiden Quellen, auch die Leserkommentare unter Leibsons Aufsatz nicht; einer hält Calma bis in die späten 1980er für die verbreitetste IC-Layout-Plattform, was Leibson anzweifelt.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausThe Layout Drawing1960Das Semiconductor History Museum of Japan beschreibt den Arbeitsgang der 1970er Jahre: Ausgehend von einer handgezeichneten Layoutzeichnung digitalisierten eigens dafür eingesetzte Operatoren die Zeichnung an einem CAD-System wie Calma oder Applicon. Nach Steven Leibson war Calmas erstes Produkt ein großer Flachbett-Digitizer, der Daten von Zeichnungen erfassen konnte.Beleg: Semiconductor History Museum of Japan: Ausstellungsseite zum IC-Entwurf und zur Einführung von CAD (exhibi723E) · Steven Leibson: A Brief and Personal History of EDA, Part 2 — Calma, Applicon, Computervision, and the CAD Era, EEJournal, 3. April 2024

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