1965 · Programmable Magnetic-Card Calculator · Werk 926 von 1.871
A design office in Ivrea in Italy on an autumn morning, on a pale desk a low flowing machine of light grey-beige sixty centimetres wide with a softly overhanging front edge, at the back on a grey arm a roll of white paper above a printer behind a plain dark glass strip, in the middle a recessed well with a narrow slot, a hand in a dark suit sleeve sliding a plain salmon-pink card into the slot, keys of cream, khaki and dark slate green, every key plain, smooth and unmarked, at the right a ribbed light strip glowing green and red, a glass wall onto red-brick buildings and yellow trees.
Wofür es benutzt wurde
Die Olivetti Programma 101 war ein programmierbarer Tischrechner mit Magnetkarte. Im Protokoll des NASA Johnson Space Center Oral History Project vom 16. Februar 2006 beschreibt David W. Whittle, dass zu Apollo 11 eine Olivetti Programma 101 zur Verfügung stand - "a desktop computer, sort of, kind of". Die Richtantenne der Mondlandefähre wusste nicht, wo die Erde stand; die Besatzung hatte 2 Knöpfe für Nick- und Gierwinkel und brauchte Zahlen dafür. In Houston liefen dazu 4 getrennte Programme auf der P101, zwischen den Programmen wurden trigonometrische Werte aus gedruckten Tabellen von Hand nachgeschlagen, 10 bis 15 Minuten je Durchgang. Ein zweiter Einsatz steht in einer Fachzeitschrift: Walkenstein und andere beschrieben 1968 in Analytical Biochemistry die Anpassung der P101 an die automatisierte Bestimmung absoluter Radioaktivität.
Was daran neu war
Neu war die Magnetkarte als Speicher für Programm und Daten außerhalb der Maschine, je Karte 2 Programme mit bis zu 120 Befehlen, so dass ein Programm nicht bei jedem Einsatz neu eingetippt werden musste; das Old Calculator Museum nennt den Kartenleser die erste Verwendung eines solchen Geräts zur Offline-Speicherung bei einem elektronischen Rechner, obwohl der programmierbare Mathatron früher am Markt war. Die Fachpresse blieb 1965 vorsichtig: Electronics überschrieb die Meldung vom 1. November 1965 mit "Desk-top computer", schrieb aber, die P101 zeige 2 der 3 Merkmale, die einen Universalrechner von einem Tischrechner trennen, es fehle ihr das Verändern eigener Befehle. Pier Giorgio Perotto antwortete am 24. Januar 1966 in derselben Zeitschrift, die Maschine könne ihr Programm sehr wohl selbst ändern - und räumte dabei ein, andere Maschinen seien vorher auf dem Platz gewesen.
Was die Quellen offenlassen: Die Angabe, die P101 habe Bahnen von Apollo 11 berechnet, trägt keine der geprüften Quellen; das NASA-Protokoll spricht von Antennenwinkeln, Olivettis Archiv nur allgemein von der "Apollo 11 mission". Eine Stückzahl der NASA-Geräte nennt IEEE Spectrum nicht ("a number of"). Vorgestellt wurde die Maschine nach Guarnieri und IEEE Spectrum im Oktober 1965 auf der BEMA-Messe in New York, nicht auf einer Weltausstellung.
Zusammenhänge
Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.