Zuse Z22

1958 · Valve Computer with Drum Store · Werk 634 von 1.871

Zuse Z22, 1958, Valve Computer with Drum Store

A valve computer of 1958 in a technical college room, a wall of cabinets in beige-grey sheet steel with open bays, in the bays horizontal rows of several hundred glass valves with a faint reddish glow, at the right a plugboard with round sockets and a bundle of thick orange cables, in front of the cabinets a desk in the same beige with an aluminium edge, a grey teleprinter at its centre, a sloping control panel at its right with rows of small keys in yellow, red, white and blue, paper tape curling from the teleprinter into a wire basket, a wooden swivel chair, daylight through net curtains.

Wofür es benutzt wurde
Die Z22 war der erste Rechner der Zuse KG mit gespeichertem Programm und der erste in Serie gebaute deutsche Röhrenrechner. Das ZCOM Zuse-Computer-Museum nennt Bad Hersfeld als Fertigungsort, 1957 bis 1961 als Bauzeit und Lorenz Hanewinkel als Entwickler. Die Maschine arbeitete mit etwa 400 Röhren und 2.400 Dioden; den Speicher bildete eine Magnettrommel mit 8.192 Wörtern. Der Takt lag bei etwa 140 Kilohertz, eine Addition dauerte 0,6 Millisekunden, eine Multiplikation 10 Millisekunden. Gebaut wurden 56 Stück zum Preis von 150.000 bis 230.000 Mark. Nach einem bei Horst Zuse zitierten Wort von Professor Giloi führte die Z22 die Datenverarbeitung in die Hochschulen und wissenschaftlichen Institute ein; die erste Anlage ging im Februar 1958 an die TH Berlin, die zweite an die RWTH Aachen.
Was daran neu war
Neu war das gespeicherte Programm nicht, es war zehn Jahre alt - neu war es für Zuse: Programme ließen sich erstmals in einer Zuse-Maschine intern ablegen, was sie flexibel programmierbar machte. Programmiert wurde im Freiburger Code. Der Widerhaken: Der Trommelspeicher, auf dem das beruhte, war nicht Zuses eigener. Nach der Darstellung von Horst Zuse lizenzierte die Zuse KG die Trommel 1957 von Gerhard Dirks, und zwar zu erheblichen Kosten. Der Rechner, nach Horst Zuse ein großer finanzieller Erfolg der Firma - 56 Stück -, stand damit auf einer zugekauften Lizenz.

Was die Quellen offenlassen: Die Rechengeschwindigkeiten weichen ab: Horst Zuse nennt für die Festkomma-Addition 0,3 und 0,6 Millisekunden, für Gleitkomma 35 und 20 bis 25 Operationen je Sekunde, das ZCOM 15 bis 25 Operationen je Sekunde. Die acht Wörter der Z22-1 betreffen einen zusätzlichen Kernspeicher neben der Trommel, keinen Widerspruch. Die Stückzahl 56 nennen beide eingesehenen Quellen.

Zum Weiterlesen