FOSDIC

1960 · Optical Film Scanner · Werk 712 von 1.871

FOSDIC, 1960, Optical Film Scanner

A film scanning machine of 1960 in a government data processing hall in Suitland, Maryland, a cabinet of grey painted steel about one metre eighty high, with a microfilm transport set into its front, two metal reels, sixteen-millimetre negative film threaded between them, the film a dark strip with rows of tiny bright dots running past a small round tube window glowing pale green under a steel hood, beside it a sloping desk panel with rows of plain toggle switches and small pilot lamps, a woman technician seen from behind, her shoulder in a white blouse and her hand on the upper reel, linoleum floor, magnetic tape cabinets soft in focus behind, cool fluorescent light.

Wofür es benutzt wurde
Das Film Optical Sensing Device for Input to Computers war ein Lesegerät für das US Census Bureau, das Mikrofilm von Hand markierter Formulare abtastete und die Markierungen in Rechnereingaben umsetzte. Entwickelt wurde es nach Darstellung des Census Bureau von Wissenschaftlern des National Bureau of Standards zusammen mit Ingenieuren der Behörde; die erste Ausführung war 1954 fertig. 1960 wurden die ausgefüllten Bögen auf Mikrofilm aufgenommen; die mit Bleistift geschwärzten Kreise erschienen dort als helle Punkte. FOSDIC III las diese Punkte und schrieb sie als Rechnercode auf Magnetband. Zur Geschwindigkeit nennt das Census Bureau für 1960 3.000 Angaben je Minute, das NIST für die erste FOSDIC bis zu 10 Millionen Antwortpositionen je Stunde. Spätere Ausführungen bedienten die Zählungen 1970, 1980 und 1990; das NIST zählt 12 Versionen zwischen 1954 und 1998.
Was daran neu war
Neu war, dass die Formulare von Anfang an für die Maschine entworfen wurden. Das Arbeitspapier des Census Bureau von 2022 hält fest, dass die Formulare für 1960 von vornherein auf maschinelle digitale Verarbeitung ausgelegt waren, während zuvor fast alles handschriftlich ausgefüllt und anschließend von Angestellten in Lochkarten gestanzt wurde. Der Preis steht im selben Papier: weil der Film die Angaben trug, konnten große Mengen Papier vernichtet werden. Damit ist der Mikrofilm das Original. Die National Archives digitalisieren dafür heute rund 41.000 Rollen Mikrofilm der Zählung von 1960 - nach ihrer eigenen Angabe mehr als sechsmal so viele wie für 1950 - und geben die Unterlagen erst im April 2032 frei.

Was die Quellen offenlassen: Die Census-Seiten widersprechen sich beim Verfahren 1960: „About the 1960 Census“ lässt die Befragten die Kreise markieren; die FOSDIC-Seite und das Arbeitspapier von 2022 schreiben, dass Zähler bzw. Personal die Antworten auf eigene FOSDIC-Bögen übertrugen („Enumerators transferred data collected on questionnaires to a ‚FOSDIC-readable schedule‘“). Die Geschwindigkeitsangaben (3.000 „items“ je Minute, 10 Millionen „answer positions“ je Stunde) messen Verschiedenes.

Zum Weiterlesen