1965 · Dual NOR Gate Flat Pack · Werk 853 von 1.871
An assembly bench in a semiconductor works in Pennsylvania, under the lens of a grey stereo microscope a narrow strip of finely grained gold-coloured sheet metal three centimetres long with a round hole at one end, along both long sides rows of parallel gold lead strips still joined to it, in its middle a tiny flat square package with a gold rim around an open window, inside a dark silicon chip with ten fine gold wires, beside it a shallow clear tray holding more strips in rows, two hands in light blue smock sleeves reaching in from the lower edge holding fine tweezers, behind a row of microscopes on empty benches, fluorescent light.
Wofür es benutzt wurde
Der Baustein war der einzige Logiktyp im Apollo-Guidance-Computer der Block-II-Reihe. Die im Aufsatz des Computer History Museum abgedruckte Liste der MIT-Spezifikationszeichnungen führt ihn als flugqualifiziertes Dual NOR Gate im Flachgehäuse mit der Philco-Nummer PL9939; Block I hatte dagegen ein einzelnes Micro NOR Gate je Gehäuse. Entworfen hat ihn Fairchild, gebaut überwiegend Philco in Lansdale, Pennsylvania. Nach Paul Ceruzzi vom National Air and Space Museum wählte das MIT bewusst nur einen Typ, um ihn gründlicher prüfen zu können; fiel ein Baustein durch die Prüfung, wurde das ganze Los verworfen. Das Rechenwerk bestand vollständig aus NOR-Gattern: Register als Haltestufen aus je 2 Gattern, Addierwerk und festverdrahtete Steuerung.
Was daran neu war
Der Baustein trug 2 NOR-Gatter mit je 3 Eingängen in einem Gehäuse, aufgebaut aus 6 Transistoren und 8 Widerständen, bei 10 Anschlüssen - der Block-I-Vorgänger hatte ein Gatter je Gehäuse. Der erste Rechner mit integrierten Schaltungen war der AGC nicht; Ken Shirriff nennt ihn einen der allerersten. Parallel lief Minuteman II: Texas Instruments gewann im Herbst 1962 den Auftrag für 13 Spezialschaltungen für Autonetics, und nach dem Objektprotokoll des Computer History Museum überholte Minuteman 1965 Apollo als größten Einzelabnehmer integrierter Schaltungen. Der Widerhaken steht bei Ceruzzi: als im Oktober 1968 Apollo 7 flog, war die Sechs-Bauteil-Schaltung längst veraltet, und es gab kein Verfahren, die neueren Schaltungen zu prüfen und einzubauen - genau die Qualifikationsmethode, die den Baustein zuverlässig machte, hielt ihn fest.
Was die Quellen offenlassen: Die Stückzahlen zählen Verschiedenes: das Computer History Museum nennt für Block II 2.756 Flachgehäuse mit 5.530 Gattern, von denen die Zentraleinheit nur etwa die Hälfte nutzte, und bei Block I 4.100 IC-Gehäuse für die gesamte Elektronik. Das ist kein Widerspruch, aber im Text muss stehen, was gezählt wird. Eine Ausfallrate fehlt; belegt ist nur, dass kein AGC im Flug hardwareseitig ausfiel. Ein Stückpreis für den Block-II-Baustein fehlt.
Zusammenhänge
Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.