Alum Bay Station

1897 · Spark Wireless Station · Werk 149 von 1.871

Alum Bay Station, 1897, Spark Wireless Station

The Marconi station at the Needles hotel above Alum Bay, a tall wooden mast with a single aerial wire dropping to a hut where an induction coil, spark oscillator and inker stand on a table.

Wofür es benutzt wurde
Marconi mietete sich im Royal Needles Hotel über der Alum Bay ein und baute das Billardzimmer zur Sendestation um; die Wirtsleute nahmen den Wintergast in der toten Saison gern. Cleveland Moffett, der die Station für McClure's Magazine besuchte, beschrieb im Juni 1899 zwei Männer in der kleinen Sendekammer, von denen einer einen schwarzgriffigen Taster auf und ab arbeitete, während zwischen zwei Messingkugeln zollange bläuliche Funken übersprangen. Die eigentliche Arbeit fand auf See statt: Marconi und George Kemp fuhren mit einem Schlepper hinaus, den Empfänger an einem Sechzig-Fuß-Mast, um zu finden, wo das Zeichen abbrach - monatelang, bei Sturm und Wetter. Gegenstellen waren Bournemouth, vierzehn Meilen entfernt, und ab Ende 1898 das Haven Hotel in Poole, achtzehn Meilen.
Was daran neu war
Nicht der Funk war neu, sondern der Dauerbetrieb: eine feste Station, die bei jedem Wetter regelmäßigen Verkehr über Wasser abwickelte, statt einzelner Vorführungen. Dass es die erste ständige Funkstation der Welt gewesen sei, sagen Marconi selbst laut Denkmalinschrift von 1940, Tim Wander und Dorset Life. Die Zahlen gehen auseinander: Moffett nennt für November 1897 einen Mast von 120 Fuß, Wightpedia nennt 168 Fuß, Dorset Life 115. Commander Hornby beobachtete am 7. Mai 1898 zehn Wörter in der Minute über 14,5 Meilen. Der Widerhaken ist Marconis eigene Rechnung. Moffett fragte, ob ein Mast von 160 Fuß dann achtzig Meilen schaffe; Marconi antwortete "Exactly" und schloss, mit einem zweiten Eiffelturm in New York wären Nachrichten nach Paris möglich. Die Proportion hielt nicht einmal vor Ort: Moffett berichtet, man sende inzwischen mit einem Sechzig-Fuß-Leiter, wo anfangs 120 Fuß nötig waren. Auf einer unrichtigen Proportion kam er über den Atlantik.

Zusammenhänge

Jeder Verweis nennt seine Art. „Vorläufer“ allein wäre eine Behauptung.

  1. Folgt ausHertz Spark Apparatus1887Der Sender in Alum Bay war ein Hertz-Erreger am Luftdraht. Moffett sah 1899 die Funken zwischen den Messingkugeln des Induktors und bekam erklärt: These are Hertzian waves. Lodge beschreibt 1899 Marconis Anlage in Dover - Ruhmkorff-Induktor, ein Pol an Erde, der andere am Luftdraht - und urteilt, so habe jeder seit Hertz gesendet; nur die Platten seien durch Erde und Draht ersetzt.Beleg: Cleveland Moffett, Marconi's Wireless Telegraph, McClure's Magazine, Juni 1899 (Transkription earlyradiohistory.us): Induktor, Funken, 'These are Hertzian waves' · Oliver J. Lodge, Signalling Across Space Without Wires, 3. Aufl., S. 66-72: Marconis Anlage in Dover 1899 ('identical with that employed by everyone since the time of Hertz')
  2. Folgt ausBranly Coherer1890Der Empfänger ist Branlys Röhrchen, verkleinert. Lodge schreibt, Marconi habe die frühe Form von Branlys Feilspänröhre verbessert: stark verkleinert, Anschlüsse näher zusammen, feine statt grober Späne, im Vakuum verschlossen. Moffett sah 1899 in Alum Bay genau dieses Röhrchen, Nickel- und Silberstaub zwischen zwei Silberpfropfen; die ETHW hält fest, Marconi habe Branly ausdrücklich genannt.Beleg: Oliver J. Lodge, Signalling Across Space Without Wires, 3. Aufl., S. 45-48 ('improving the early form of Branly filings tube') · Cleveland Moffett, Marconi's Wireless Telegraph, McClure's Magazine, Juni 1899 (Transkription earlyradiohistory.us): der Coherer in Alum Bay · Engineering and Technology History Wiki (IEEE): Coherer ('Marconi was careful to credit Branly') · IEEE Milestone (ETHW): Discovery of Radioconduction by Edouard Branly, 1890 ('used by, amongst others, Guglielmo Marconi, in his early experiments')
  3. Folgt ausMorse Register1844Am Ende der Funkstrecke stand ein Morse-Schreiber. Moffett beschreibt 1899, wie in Alum Bay die Räder eines Morse-Druckapparats anliefen und Punkte und Striche auf laufenden Streifen setzten. Lodge erklärt die Schaltung: derselbe Strom, der den Klopfer bewegt, treibt das Morse-Instrument daneben und schreibt ein kurzes oder langes Zeichen. Funk ersetzte den Draht, nicht die Schrift.Beleg: Cleveland Moffett, Marconi's Wireless Telegraph, McClure's Magazine, Juni 1899 (Transkription earlyradiohistory.us): 'the wheels of a Morse printing-apparatus straightway began to turn' · Oliver J. Lodge, Signalling Across Space Without Wires, 3. Aufl., S. 66-72: Marconis Empfänger 1899 (Relais, Klopfer, Morse-Instrument auf dem Tisch daneben)

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