The Kleykamp Card Index

1944 · Identity Card Duplicates · Werk 710 von 1.871

The Kleykamp Card Index, 1944, Identity Card Duplicates

A soot-blackened steel drawer cabinet standing upright in the rubble of a collapsed white town villa in The Hague in the Netherlands on an April afternoon of 1944, the cabinet about one and a half metres tall and one metre wide, six tiers of deep drawers, several drawers pulled out and hanging askew, inside them densely packed bundles of small cards standing upright, their edges singed brown, seen edge-on as thin grey lines, around the cabinet broken brick, chunks of white plaster, charred roof beams, scattered roof tiles, behind it bare wall remnants of pale plaster, flat hazy daylight from the left, the ruin lies still and deserted.

Wofür es benutzt wurde
In der Villa Kleykamp in Den Haag lagerte das Zweitexemplar der niederländischen Personalausweise. Andere Tijden schreibt, das Gebäude sei seit 1941 Sitz des zentralen Bevolkingsregisters gewesen und habe die Empfangsscheine der Persoonsbewijzen enthalten, also je eine Kopie mit Fingerabdruck und Lichtbild, mit der die Besatzer gefälschte Ausweise prüfen konnten. Der niederländische Widerstand bat die Regierung in London, das Haus bombardieren zu lassen. Der Antrag lief über den Verbindungsmann Pierre Louis d'Aulnis de Bourouill. Am 11. April 1944, kurz vor 15 Uhr, griffen sechs Mosquito-Jagdbomber der Royal Air Force an. Das Gebäude wurde völlig zerstört, und die Empfangsscheine wirbelten durch die Nachbarschaft.
Was daran neu war
Technisch war an dem Haus nichts neu. Neu war, was der Angriff über die Kartei aussagte: Die Gegenprobe, die ein niederländischer Beamter gebaut hatte, war den Alliierten einen Tagesangriff auf eine Villa in einem Wohnviertel wert. Erreicht wurde damit weniger als erhofft. Nach Darstellung von TracesOfWar und Andere Tijden wurde nicht einmal die Hälfte der Scheine vernichtet, weil viele in Archiv- und Brandschränken überstanden. Die Deutschen brachten sie anschließend woanders unter. Die Toten dagegen waren fast vollzählig das Personal der Behörde. Über das Motiv wird bis heute gestritten. Der Verbindungsmann Cornelis Moolenburgh sagte 1975, einziges Ziel des Tagesangriffs sei gewesen, möglichst viele Register zu vernichten. Der Hobbyhistoriker Henk Kuilder hält dem entgegen, die niederländische Regierung habe das ganze System samt den Beamten ausschalten wollen. Das NIOD bezweifelt die Motive nicht, fragt aber, ob die Zahl der Opfer als Preis zu rechtfertigen war. D'Aulnis erkannte nach dem Krieg seine Mitverantwortung für die Toten an.

Was die Quellen offenlassen: Die Zahl der Toten ist strittig. TracesOfWar nennt 59, Andere Tijden nennt an einer Stelle 62 und an einer anderen 59, Omroep West nennt 65 Tote, davon 59 Beamte. Die Staffelnummer 613 Squadron steht nur bei TracesOfWar. Andere Tijden nennt sechs Mosquitos vom Flugplatz Swanton Morley, aber keine Staffel.

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